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15 Minuten für Deine Sicherheit. Die ALPS Lawinenstrategie.

Kaum ein Thema beschäftigt uns im Winter so sehr wie das Thema Lawinen.Trotz der hervorragenden Ausrüstungen und der besseren Verfügbarkeit von Prognosen und Wetterwerten ist die Anzahl der Lawinentoten seit Jahren gleichbleibend.

Dies natürlich auf der Basis einer stark zunehmenden Anzahl von SkitourengeherInnen und anderer Wintertouristen.


Die ALPS Lawinenstrategie ist eine praxisnahe, anwenderfreundliche und vor allem leicht verständliche Zusammenfassung vorhandener und sinnvoller Strategien zum Thema.


Egal ob Munter 3x3, Reduktionsmethode, Stop or Go, Snowcard oder andere Strategien – die Basis ist immer die Aufteilung in die entscheidenden Faktoren bei der Planung, einer dynamischen Risikoanalyse während der Tour und einem klaren – eingeübten – Handlungsmuster bei Notfällen.





Nachfolgend findest Du eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte der ALPS Methode:


THEORETISCHE GRUNDLAGEN


Jede Alpininst:in muss entscheiden, ob es ihm reicht, die Auswirkungen zu sehen, oder die Grundlagen zu verstehen. Basis für eine fundierte Risikobeurteilung ist eine komprimierte und einfach verständliche Zusammenfassung der Themen:


Schnee – Snow is only frozen water?


  • Die wichtigsten (einfachen) physikalischen Grundlagen des Aufbaus von Schnee

  • Schneearten und deren Wandlungen

  • Die Auswirkung von Temperatur und Wind auf den Schneedeckenaufbau

  • Schnee in verschiedenen Geländeformen und Anordnungen







TOURENPLANUNG

Der Mensch – das größte Risiko

Bevor wir uns mit Vorraussagemodellen, Wetterberichten, LLBs oder sonstigem beschäftigen, klären wir einmal 3 einfache Punkte:


  • Was trauen wir uns zu, wo stehen wir in unserem Können und Wissen?

  • Mit wem sind wir unterwegs? Kennen wir die Leute im Sinne ihres Risikoverhaltens und ihrer Erfahrung und Ausbildung?

  • Funktioniert die Gruppe im Sinne gemeinsamer Ziele und Einschätzungen?



DIE VERHÄLTNISSE – GRUNDLAGE FÜR UNSERE PLANUNG UND UNSER VERHALTEN

Wetter-, Lawinen- und Schneeberichte spielen in unserer Tourenplanung eine wichtige Rolle. Dazu haben wir eine Vergangenheitskomponente und eine Zukunftskomponente, die wir dynamisch an die tatsächlichen Verhältnisse anpassen. Vereinfacht beginnen wir mit folgenden Checks:


  • Lawinenlagebericht lokal (wichtig ist es hier, die Bedeutung der einzelnen Aussagen zu verstehen)

  • Wetterbericht für den Tourentag und vor allem die Tage und Wochen zuvor mit den Daten zu Niederschlagsmengen, Temperaturverläufen und kritischen Ereignissen

  • Berichte von vertrauenswürdigen lokalen Quellen wie Lawinendienste,Polizei,Bergführerbüros, Hüttenwirte, Kollegen zu den Bedingungen



DAS GELÄNDE – WAS GEHT WANN UND WO?

Wir haben nun die Grundlagen und die Möglichkeiten gecheckt. Unsere Ziele sind noch vage gewesen. Mit den nun vorliegenden Informationen gehen wir an die Planung unseres konkreten Tourenziels:


  • Neigung, Exposition und allgemeine Beurteilung vorhandener und latenter alpiner Gefahren

  • Zeitplan, Schlüsselstellen, Umkehrpunkte und Stützpunkte

  • Hinweise auf Änderungen im Gelände zudenvorhandenen Beschreibungen (zB.Felsstürze,Veränderungen am Gletscher, Waldschlägerungen, Windwurf, etc.)



Mit diesen Informationen, die mittels Handy und Internetzugang leicht abrufbar sind, haben wir eine solide Basis für eine Planung unserer Winterbergaktivitäten.

Natürlich müssen wir unseren Plan immer wieder den tatsächlichen Gegebenheiten anpassen – hier heißt es nun solide Entscheidungen in der Gruppe zu diskutieren, zu hinterfragen und einen Konsens herzustellen.





ALPS NOTFALLMANAGEMENT

Weg von Panikmache und unnötiger Verunsicherung zeigen wir Dir das richtige Verhalten im Notfall. Hundertmal gelesen, im Internet gesehen und völlig klar, wie es funktioniert.

Du wirst überrascht sein, wie lange es auf einmal dauert, die Sonde zusammenzustecken, das Richtige am Telefon zu sagen, die Gruppe zuzuteilen und die Rettungsmaßnahmen einzuleiten. Das einzig wirk- same ist die Praxisübung – am Anfang Schritt für Schritt und dann mit Komplikationen und gegen die Uhr.


Du hast im Ernstfall wenig Zeit. Die musst Du effizient nutzen!


  • Verwendung von LVS, Sonde, Schaufel

  • Verhalten neben und in der Lawine

  • Richtige und effiziente Organisation der Rettungsmaßnahmen

  • Schnell und sicher bergen

  • Erstversorgen und Abtransport


Mit den ALPS Lawinenausbildungen wirst Du vom Mitgeher zum kritischen Mitentscheider auf Tour, und zu einem funktionierenden Glied in der Rettungskette im Ernstfall.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Lawinen und die Absolvierung unserer Kurse wird Dir nie absolute Sicherheit bieten können.


Wir versuchen mit Dir gemeinsam zu erarbeiten, wo Du stehst und welches Restrisiko Du eingehen willst und kannst.



Sei ehrlich zu Dir selber, denn Dein Wissen und Deine Einstellung entscheiden wesentlich über Dein Restrisiko!



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