#aus eigener kraft

ALPS Project Challenge 2018

 

 

Erstes Trainingslager der APC 2018 in Salzburg und dem Maltatal

Bericht von Mariella Schimatzek

 

 

Zwischen Starkstrom und Fluchtachterl

 

Freitagmorgen, der Wecker klingelt um 06.00 Uhr. Ich bin müde.

Aufregung gemischt mit Vorfreude haben für eine Nacht mit wenig Schlaf gesorgt.

Um 08:00 geht’s los in Richtung Salzburg zum ersten Trainingslager der Alps Project Challenge 2018.

Unterwegs lese ich mir nochmals den Ablauf durch. Für den ersten Tag stehen Krafttests am Plan – ich ahne schon, dass hier wohl meine eine oder andere Schwäche aufgedeckt wird. Doch nicht nur deswegen muss ich mir eingestehen, dass ich ein wenig nervös bin. Ein ganzes Wochenende mit Fremden klettern gehen, das ist doch was Neues. Aber gleichzeitig freue ich mich auch sehr, dass ich als Teilnehmerin ausgewählt wurde und dabei sein darf.

Schließlich möchte ich unbedingt besser klettern und endlich wissen, wie man effizient und strukturiert trainiert. Und ich bin schon echt gespannt auf die anderen Teilnehmer

 

Diese Anspannung sollte sich aber ganz schnell lösen. Angekommen in der Boulderbar Salzburg gibt’s erst mal einen Cafe und Kennenlernen aller Teilnehmer – eine wirklich coole Gruppe!

Auch Fotograf Luigi ist mit dabei und wird uns mit der Videokamera begleiten.

 

 

 

Wir sind alle in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden unterwegs aber jede seine Stärken und Schwächen.

Fabi und Daniel sind richtige Starkstrom-Kraftpakete und legen im ersten Krafttest ganz schön vor.

Marc und Günther sind auch schon ganz gut unterwegs und müssen vor allem an ihrer Technik arbeiten. Sabrina hat sich leider kurz vorm Trainingscamp das Ringband gerissen und kann die Krafttests nur auf einer Seite absolvieren – macht nichts, denn schon da lässt sie durchblicken, dass einiges an Power in ihr steckt.

Und ich? Naja, wie schon erwartet hapert’s bei den dynamischen Übungen und Klimmzügen noch ein bisschen, aber mit dem Leisten-Hängen klappt’s zumindest schon ganz gut. Luft nach oben gibt’s aber bei allen, denn genügend Kraft gibt’s bekanntlich nicht. Eines haben wir jedoch gemeinsam: Mega viel Motivation! Die werden wir auch brauchen. Als Hati uns die Trainingspläne erklärt wird schnell klar: ohne Disziplin und Einsatz geht gar nichts. Andere Hobbies und Sportarten müssen bis dahin hinten angestellt werden. Anfangs werden wir alle einen Kraftaufbauteil absolvieren. Das heißt erstmal Kraftraum statt Fels und Boulderhalle. Die neu gewonnene Maximalkraft wird dann in gezielten Kletter- und Bouldereinheiten durch Kraftausdauer erweitert. Die einzelnen Übungen variieren je nach Ausgangslevel sind aber auch auf die jeweiligen Projektrouten abgestimmt.  

 

 

 

Ausgestattet mit neuem Material von Black Diamond (ein großes Danke an dieser Stelle!) machen wir uns auf den Weg ins Maltatal. Den ersten Abend lassen wir gemütlich mit einem Fluchtachterl ausklingen – so sagt man zum letzten Glaserl Wein vor dem Schlafengehen, wie uns die Ost-Österreicher erklären. Sowas habe ich Tirolerin und die Franken in der Runde noch nie gehört – gefällt uns aber ganz gut J. Es bleibt aber beim Achterl, denn Hati hat für morgen schon einiges geplant.

 

 

 

 

 

 

 

Die Crew: Sabrina, Flo, Mariella, Daniel, Fabi, Marc, Günther und Hati

 

 

 

 

 

Der Wecker klingelt erneut recht früh. Gott sei dank hat Flo in seinem Bus schon Cafe für uns gekocht. Frisch und munter geht’s los zu den Felsen.

 

Die Wände im Maltatal sind richtig beeindruckend! Feinster strukturierter Granit umgeben von wunderschöner Landschaft – besser geht’s eigentlich gar nicht. Nach einem kurzen Warm-Up am Parkplatz hat endlich auch der Regen aufgehört und wir starten in die ersten Routen. Für einige ist es das erste Mal im Granit und im Gegensatz zu fränkischem Löcherstrom sind hier Gleichgewicht, Bewegungsgefühl und perfekte Fusstechnik gefragt. Das kommt mir entgegen und die ersten Routen fühlen sich richtig gut an. Andere müssen sich erst noch umstellen und sich an die etwas ungewöhnliche Kletterei mit runden, teilweise abschüssigen Griffen gewöhnen. Der Fokus liegt heute auf Onsight bzw. Second Try Klettern. Hati erkennt sofort, wo jeder seine Schwächen hat und sucht für uns alle fordernde Routen aus, die wir je in Teams zuerst ausbouldern und dann versuchen durchzusteigen. Dabei lernen wir auch, dass einen im Maltatal vermeidlich einfache Routen ganz schon beschäftigen können. Im Laufe des Tages stattet uns auch Gerhard Schaar einen Besuch ab und wir bekommen ein paar Routenempfehlungen vom Hausherrn persönlich.

 

 

 

Am nächsten Tag geht’s zum Schleierwasserfall - ein ebenfalls beeindruckender Sektor mit super Routen. Während ich schon etwas müde von gestern bin, haben sich Marc und Fabi jetzt an den Fels gewöhnt und geben Gas. Anschließend erklärt Hati, wie die A3 Trainingseinheit aussieht. Dabei wird die Schlüsselstelle einer Route mehrmals hintereinander im Top Rope geklettert. Nach dieser Demonstration ist auch Marc ziemlich ausgepowert und wir lassen den Tag gemütlich beim Heurigen ausklingen. Am Ende des zweiten Tages sind wir uns alle einig: die Kletterei hier ist richtig geil! Auch wenn man sich erstmal ein wenig eingewöhnen muss.

 

Wir wissen jetzt auch, in welchen Bereichen wir Verbesserungspotential haben und was uns zum Durchstieg im Projekt noch fehlt. Zur Motivation und Selbsthilfe haben wir gleich eine Whats App Gruppe gegründet, die sich später noch als sehr hilfreich erweisen wird. Außerdem müssen alle Trainings dokumentiert und hochgeladen werden. Hati schaut da auch genau, dass alles nach Plan läuft. Es gibt also genug zu tun in den nächsten 7 Wochen. Dann sehen wir uns wieder, zum zweiten Trainingscamp im Frankenjura. Bis dahin heißt es jetzt trainieren, trainieren, trainieren..

 

 

 

 

 

 

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